LEHMANNs Gastronomie - Verpflegung für Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen

Gemüse der Kinderschreck – Kolumne

Liebe Leser.

„Ich mag kein Gemüse“, hören wir leider viel zu oft von unseren Kindern. Aber warum ist das so und was können wir daran ändern?

Tatsächlich gab es weder früher noch heute viele Kinder, die von sich aus sagen, dass sie Gemüse gerne essen. Bei den Meisten stößt es wegen seiner Farbe, dem Geschmack oder Geruch auf Ablehnung. Leider geben viele Eltern zu schnell auf und lassen das Gemüse direkt ganz weg. Dabei ist es die Aufgabe der Eltern, den Kindern Gemüse schmackhaft zu machen, denn es ist ein wichtiger Nährstofflieferant mit Vitaminen und Ballaststoffen.

Was ist eine Zucchini oder wie sieht ein Blumenkohl aus? Bei diesen Fragen sehen uns viele Kinder mit großen Augen an. Wir sind mit unserer Tochter beim Einkaufen durch die Gemüseabteilung gegangen und haben ihr die einzelnen Sorten erklärt. Bei den nächsten Einkäufen haben wir daraus ein Spiel gemacht, denn Kinder mögen es Verantwortung zu übernehmen, sie fühlen sich dadurch erwachsener. So wurde es zu ihrer Aufgabe, das Gemüse auf unserem Einkaufszettel selbstständig zu finden und in den Einkaufswagen zu legen.

In unserer Region gibt es viele Bauern, die ihr Gemüse frisch vom Feld ab Hof verkaufen. Noch frischer und in vielen Fällen auch günstiger kann man Lebensmittel nicht erwerben. Gleichzeitig kann der Besuch für die Kinder zu einem Erlebnis werden, da sie durch die Nähe zum Feld mit beeindruckenden Maschinen und gegebenenfalls den dort lebenden Tieren einen besseren Bezug zu den Lebensmitteln gewinnen.

Ein Erlebnis kann es ebenfalls sein, wenn man zu Hause die Möglichkeit hat, selber einen kleinen Gemüsegarten anzulegen. Von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte können Kinder mithelfen und zusehen, wie ihr eigenes Gemüse wächst. Hier bieten sich als Garant Möhren oder Radieschen an. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit, den Kindern das unliebsame Gemüse näher zu bringen, da es durch die eigene Ernte eher probiert wird.

Weil sich die Geschmäcker im Laufe des Lebens immer wieder verändern, sollte man ruhig weiterhin neue Sorten anbieten. Unsere Tochter hat als Kleinkind liebend gerne Broccoli gegessen, den sie mittlerweile als Schulkind leider nicht mehr so gerne isst.

Ein weiterer Weg den Kindern Gemüse schmackhaft zu machen ist es, sie auch bei der Zubereitung in der Küche mit einzubeziehen. So können sie selber nach Vorlieben waschen, schneiden, probieren, verfeinern und würzen. Vor allem aus Gemüse, das von Natur aus etwas Süße mitbringt, können tolle Speisen gezaubert werden. Möhren können klassisch als Rohkostsnack, als Gemüsebeilage mit Butter oder als Suppe gegessen werden. Wie in der letzten Ausgabe schon geschrieben, ist auf Kindergeburtstagen die Rohkostplatte mit Dip oft der Renner. Auch Gemüsestäbchen als Pommes-Alternative, die im Backofen zubereitet und entsprechend gewürzt werden, kommen gut an. Selbst bei einem absoluten Gemüseverweigerer kann etwas geschummelt und zum Beispiel beim Kartoffelpüree eine Hälfte püriertes Gemüse untergemischt werden. Hier eignen sich Sellerie oder auch Möhren, die eine wunderbare Farbe mitbringen. So führt man Kinder langsam an Gemüse ran und zeigt ihnen, dass es gar nicht so schlecht schmeckt, wie sie vielleicht gedacht haben.

Die Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten ob roh, gekocht, als Suppe oder Beilage macht es doch auch für uns Eltern spannend, sogar selbst etwas Neues auszuprobieren, was man gar nicht so gern mag und doch wieder für sich entdeckt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, den Kindern Gemüse näher zu bringen.

Also ran ans Jemös!