Kohlenhydrate und Zucker: Was Kinder für ihre Energie brauchen

Kohlenhydrate gehören neben Eiweiß und Fett zu den wichtigen Bestandteilen unserer Ernährung und liefern dem Körper wertvolle Energie. Dabei kommt es darauf an, aus welchen Lebensmitteln die Kohlenhydrate stammen. Vollkornprodukte, Kartoffeln oder Haferflocken liefern neben Energie auch weitere wertvolle Nährstoffe. Zuckerreiche Lebensmittel wie Süßigkeiten oder stark verarbeitete Weißmehlprodukte bringen davon meist deutlich weniger mit.

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, warum Kohlenhydrate für Kinder wichtig sind, welche Lebensmittel lange Energie liefern, welche Rolle Zucker dabei spielt und wie Sie im Familienalltag eine gute Balance finden können.

Warum brauchen Kinder Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten für Kinder. Der Körper zerlegt sie während der Verdauung unter anderem in Glukose, die anschließend den Körperzellen als Energie zur Verfügung steht. Gerade im bewegten Alltag von Kindern wird Energie zum Spielen, Toben und Lernen benötigt.

Dabei ist Kohlenhydrat nicht gleich Kohlenhydrat. Chemisch betrachtet bestehen Kohlenhydrate aus unterschiedlich vielen Zuckermolekülen. Man unterscheidet unter anderem Einfach- und Zweifachzucker sowie komplexere Kohlenhydrate wie Stärke.

Stärke steckt beispielsweise in Kartoffeln und Getreideprodukten. Haushaltszucker gehört dagegen zu den Zweifachzuckern. Zucker und Kohlenhydrate sind deshalb keine Gegensätze: Zucker ist eine Form von Kohlenhydraten.

Die verschiedenen Formen werden vom Körper unterschiedlich schnell verarbeitet. Einfachzucker gelangen schneller ins Blut, während komplexere Kohlenhydrate zunächst aufgespalten werden müssen. Dadurch beeinflussen sie auch den Blutzuckerspiegel unterschiedlich. Steigt dieser schnell an, steht dem Körper zwar rasch Energie zur Verfügung, sie hält jedoch meist weniger lange an als bei ballaststoffreichen, komplexeren Kohlenhydratquellen.

Welche Lebensmittel liefern länger Energie?

Für die Auswahl im Alltag lohnt es sich, nicht nur auf die Kohlenhydrate selbst, sondern auf das gesamte Lebensmittel zu schauen.

Vollkornbrot, Haferflocken, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte liefern neben Kohlenhydraten auch weitere wertvolle Inhaltsstoffe. Vollkornprodukte enthalten beispielsweise mehr Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe als vergleichbare Produkte aus Weißmehl. Ballaststoffreiche Lebensmittel werden langsamer verdaut und sättigen länger. Dadurch wird dem Körper die enthaltene Energie nach und nach zur Verfügung gestellt.

Das bedeutet nicht, dass Ihr Kind nur noch Vollkornprodukte essen muss. Vielmehr können Sie diese regelmäßig in den Speiseplan integrieren und für Abwechslung sorgen.

Geeignete Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Haferflocken mit Naturjoghurt und Obst zum Frühstück
  • Vollkornbrot mit Käse und Gemüse
  • Kartoffeln mit Gemüse und einer Eiweißquelle
  • Vollkornnudeln mit Tomatensoße
  • ein mildes Linsen- oder Bohnengericht

So entstehen Mahlzeiten, die Energie liefern, länger sättigen und gleichzeitig unterschiedliche Nährstoffe enthalten.

Kohlenhydrate und Zucker: Worauf kommt es an?

Auch Zucker liefert dem Körper Energie. Lebensmittel wie Süßigkeiten, Kekse oder stark gezuckerte Frühstücksprodukte enthalten allerdings häufig viel Zucker und vergleichsweise wenige Vitamine, Mineralstoffe oder Ballaststoffe. Zudem sättigen zuckerreiche Lebensmittel meist nur kurz.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Süßigkeiten komplett vom Speiseplan verschwinden müssen. In einer ausgewogenen Ernährung ist auch Platz für etwas Süßes. Entscheidend ist vielmehr, dass zuckerreiche Lebensmittel nicht ständig angeboten werden oder regelmäßig ausgewogene Mahlzeiten und Snacks ersetzen.

Wie Sie im Familienalltag einen entspannten Umgang mit Süßigkeiten finden können, lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag „Süßes im Sommer: So finden Sie einen guten Umgang für Ihr Kind“.

So gelingt eine ausgewogene Auswahl im Alltag

Eine ausgewogene Ernährung muss nicht kompliziert sein. Sie müssen weder Kohlenhydrate zählen noch jeden Zuckergehalt genau berechnen.

Ein paar einfache Gewohnheiten können bereits helfen:

  • Vollkorn regelmäßig anbieten: Greifen Sie bei Brot, Nudeln oder Getreideflocken immer wieder zur Vollkornvariante.
  • Mahlzeiten abwechslungsreich zusammenstellen: Kombinieren Sie kohlenhydratreiche Lebensmittel beispielsweise mit Gemüse oder Obst und einer Eiweißquelle wie Joghurt, Käse, Ei oder Hülsenfrüchten.
  • Wasser als Durstlöscher wählen: Süße Getränke sollten eher die Ausnahme bleiben.
  • Obst häufiger am Stück anbieten: Ganze Früchte liefern Ballaststoffe und sättigen besser als Saft.
  • Süßes bewusst anbieten: Süßigkeiten dürfen dazugehören. Wichtig ist, dass sie nicht ständig zur Verfügung stehen oder regelmäßig ausgewogene Mahlzeiten und Snacks ersetzen.

 

Gerade bei neuen Lebensmitteln braucht es manchmal etwas Geduld. Warum Kinder Unbekanntes häufig zunächst ablehnen und wie Sie sie beim Ausprobieren begleiten können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Wie entwickelt sich der Geschmackssinn bei Kindern“.

Für den Familienalltag gilt deshalb: Es braucht keine komplizierten Regeln oder Verbote. Eine abwechslungsreiche Auswahl, regelmäßige Mahlzeiten und ein entspannter Umgang mit Süßem sind eine gute Grundlage.