Ein halber Apfel hier, ein übrig gebliebenes Pausenbrot dort, ein fast voller Teller beim Abendessen – in vielen Familien landen täglich Lebensmittel im Müll. Oft geschieht das nicht mit Absicht, sondern weil der Alltag hektisch ist, der Überblick fehlt oder die Augen der Kinder einfach größer waren als der Hunger.
Gemeinsam mit Kindern können wir lernen, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen. In diesem Beitrag zeigen wir alltagstaugliche Tipps und Mitmach-Ideen, mit denen Kinder spielerisch lernen, wie sich Lebensmittelverschwendung vermeiden lässt.
Wenn Essen weggeworfen wird, obwohl es noch genießbar wäre, spricht man von Lebensmittelverschwendung. In Deutschland betrifft das jährlich rund 11 Millionen Tonnen – ein Großteil davon entsteht in privaten Küchen. Für jedes Lebensmittel wurden Ressourcen wie Wasser, Energie und Zeit aufgewendet. Diese einfach wegzuwerfen bedeutet, all das ungenutzt zu verschwenden. Aus diesem Grund ist ein bewusster und wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln unerlässlich.
Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln heißt, nur so viel zu kaufen, wie wirklich gebraucht wird. Es bedeutet auch, Lebensmittel wertzuschätzen – selbst dann, wenn eine Karotte krumm ist oder das Obst eine kleine Druckstelle hat. Wer bewusst isst, wird schnell kreativ: Aus Gemüseresten entsteht eine Suppe, aus überreifen Bananen ein leckerer Kuchen. Auch Kinder können dabei mitdenken und mithelfen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern auch Geld.
Kinder sind neugierig. Sie wollen riechen, fühlen, kosten – manchmal auch nur mit der Zungenspitze. Das ist kein „Spiel mit Essen“ und auch keine Lebensmittelverschwendung, sondern ein wichtiger Lernprozess.
Lesetipp: Mehr Infos zum Thema Essen mit allen Sinnen gibt es hier: Essen mit allen Sinnen: So lernt Ihr Kind spielerisch seine Sinne kennen.
Genauso wichtig: Kein Kind sollte gezwungen werden, etwas aufzuessen oder zu probieren – und schon gar nicht sollte ihm ein schlechtes Gewissen gemacht werden. Einen noch halbvollen Teller stehenzulassen, ist erstmal keine Lebensmittelverschwendung. Vielmehr lernen Kinder so, auf ihren Körper zu hören und rechtzeitig zu spüren, wann sie satt sind.
Mit den folgenden Tipps können Eltern bewusster mit Lebensmitteln umgehen und ihre Kinder dabei ganz selbstverständlich mit einbeziehen. Denn Kinder lernen am besten durch gute Vorbilder und eigene Erfahrungen.
Wer gut plant, kauft gezielter ein und wirft am Ende weniger weg. Kinder in die Planung miteinzubeziehen, stärkt ihr Bewusstsein dafür, dass Essen nicht „einfach da ist“. Außerdem können sie so ihre Essenswünsche äußern und Eltern können aktiv mit ihnen über die Herkunft von Lebensmittel ins Gespräch kommen.
Mitmach-Ideen für Kinder:
Lesetipp: Eltern kennen die Frage nur zu gut: „Was sollen wir heute nur essen?“ Wir haben eine Antwort darauf: Was koche ich heute? Viele leckere Ideen für Familien mit dem ewigen Speiseplan.
Ein gezielter Einkauf verhindert, dass Lebensmittel ungenutzt verderben. Grundlage hierfür ist der zuvor erstellte Essensplan.
Mitmach-Ideen für Kinder:
Kinder, die beim Kochen helfen, essen bewusster und lernen den Wert von Lebensmitteln bzw. zubereiteten Gerichten kennen. Sie sehen, wie aus einzelnen Zutaten ein fertiges Essen wird – und dass Arbeit, Zeit und Liebe drinstecken.
Mitmach-Ideen:
Lesetipp zum Kochen mit Kindern: Welche Aufgaben können Kinder schon übernehmen und welche Rezepte eignen sich für den Anfang? Antworten auf diese Fragen und zahlreiche Tipps für das gemeinsame Kochen gibt es hier: So können Eltern ihre Kinder beim Kochen einbeziehen.
Reste gibt es in jeder Familien-Küche. Diese müssen aber nicht weggeschmissen werden, selbst wenn es nur kleine Mengen sind. An einem Tag in der Woche ist dann „Reste-Tag“. Beispielsweise am Wochenende, wenn die Routine in vielen Familien ohnehin Pause hat, kann hier nach Bedarf gegessen werden oder es entstehen lustige Reste-Kreationen wie ein „Alles-Auflauf“ oder „Suppen-Allerlei“.
Lebensmittelverschwendung vermeiden mit Kindern: Kinder lernen durch Vorbilder und durch Mitmachen. Wer sie früh an einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln heranführt, legt den Grundstein für ein bewusstes Essverhalten – ganz ohne Druck, aber mit viel Freude am Entdecken.