Sekundäre Pflanzenstoffe: Warum sie zu einer ausgewogenen Kinderernährung dazugehören

Eine ausgewogene Ernährung spielt für viele Eltern eine große Rolle. Obst und Gemüse stehen deshalb regelmäßig auf dem Speiseplan, Brotdosen werden abwechslungsreich gefüllt und Begriffe wie Vitamine oder Mineralstoffe sind längst vertraut. Weniger bekannt ist jedoch, dass pflanzliche Lebensmittel noch weitere natürliche und wertvolle Bestandteile enthalten: die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe.

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, was sich hinter dem Begriff sekundäre Pflanzenstoffe verbirgt und warum sie zu einer ausgewogenen Kinderernährung dazugehören.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe kommen ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor, also in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten. Pflanzen bilden diese Stoffe für sich selbst und schützen sich damit zum Beispiel vor Schädlingen, UV-Strahlung oder Krankheiten.

Viele dieser Stoffe verleihen Obst und Gemüse ihre kräftigen Farben, ihren Geruch oder ihren typischen Geschmack: zum Beispiel das leuchtende Rot der Tomate, das kräftige Orange der Karotte oder die leicht bittere Note von Brokkoli.

Wofür sind sekundäre Pflanzenstoffe gut?

Für uns Menschen zählen die sekundären Pflanzenstoffe nicht zu den klassischen Nährstoffen wie Vitamine oder Mineralstoffe. Dennoch werden ihnen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Dazu zählen unter anderem:

  • antioxidative Eigenschaften, die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen können
  • mögliche unterstützende Effekte auf das Immunsystem
  • entzündungshemmende Wirkungen
  • positive Einflüsse auf Herz und Gefäße

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass kein einzelner Stoff wie ein „Wundermittel“ wirkt. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Stoffe. Vielfalt auf dem Teller spielt daher eine zentrale Rolle. Eine einfache Faustregel lautet: Je bunter der Teller, desto größer die Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen.

Auch Vitamine spielen für das Immunsystem eine wichtige Rolle. Welche Vitamine besonders wichtig sind, erfahren Sie in unserem Beitrag Vitamine für Kinder.

Welche sekundären Pflanzenstoffe gibt es?

Insgesamt sind mehrere Tausend unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, die sich in verschiedene Gruppen einteilen lassen. Hier drei bekannte Beispiele:

  1. Carotinoide: Sie stecken vor allem in orangefarbenem und rotem Gemüse wie Karotten, Paprika oder Tomaten. Ihnen wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben.
  2. Flavonoide: Sie kommen unter anderem in Beeren, Trauben oder Äpfeln (vor allem mit Schale) vor. Auch hier stehen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften im Vordergrund.
  3. Glucosinolate: Diese finden sich besonders in Kohlarten wie Brokkoli, Rosenkohl oder Radieschen. Sie sind verantwortlich für den leicht scharfen oder bitteren Geschmack und wirken entzündungshemmend sowie antimikrobiell.

Wer abwechslungsreich einkauft und kocht, sorgt meist ganz automatisch für eine breite Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen.

Wie können Kinder sekundäre Pflanzenstoffe gut aufnehmen?

Für die Aufnahme sekundärer Pflanzenstoffe ist nicht nur entscheidend, was gegessen wird, sondern auch, wie Lebensmittel zubereitet und kombiniert werden. Die sogenannte Bioverfügbarkeit, also wie gut der Körper bestimmte Stoffe verwerten kann, hängt unter anderem von Verarbeitung, Zerkleinerung und Erhitzung ab.

So kann der Körper einige sekundäre Pflanzenstoffe aus gegartem Gemüse oder verarbeiteten Tomatenprodukten teilweise besser aufnehmen als aus der rohen Variante. Auch die Kombination mit etwas Fett kann die Aufnahme bestimmter Stoffe unterstützen.

Sekundäre Pflanzenstoffe im Alltag: Praktische Tipps für Familien

Im Familienalltag muss Ernährung vor allem praktikabel sein. Schon kleine, bewusste Entscheidungen können dazu beitragen, regelmäßig verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aufzunehmen. Die folgenden Tipps lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren:

  • Für Abwechslung sorgen: Über die Woche hinweg Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse/Samen und Vollkornprodukte einplanen.
  • Bunt essen: Unterschiedliche Farben stehen häufig für unterschiedliche Pflanzenstoffe.
  • Roh und gegart kombinieren: Zum Beispiel Rohkost am Nachmittag und gegartes Gemüse am Abend.
  • Saisonal wählen: Saisonales Obst und Gemüse sorgt automatisch für Vielfalt.
  • Frisch oder tiefgekühlt nutzen: Tiefgekühltes Gemüse ist im Alltag oft praktisch und ebenfalls nährstoffreich.
  • Schälen nur, wenn nötig: Viele sekundäre Pflanzenstoffe sitzen in den äußeren Schichten, also der Schale. Gründlich waschen reicht häufig aus.

Obst gehört zu einer ausgewogenen Ernährung auf den Speiseplan. Wie Familien dieses unbeschwert genießen können, erfahren Sie in unserem Beitrag: Weniger Pestizide, mehr Genuss: Was Eltern bei der Obstauswahl beachten sollten.

Sekundäre Pflanzenstoffe: Vielfalt statt Perfektion

Sekundäre Pflanzenstoffe sind natürlicher Bestandteil einer abwechslungsreichen, pflanzlichen Ernährung. Wer im Familienalltag regelmäßig Obst und Gemüse in unterschiedlichen Farben und Zubereitungsformen anbietet, schafft ganz ohne Druck und starre Regeln eine gute Grundlage für eine ausgewogene Kinderernährung.