Kinder nehmen im Alltag oft mehr Zucker zu sich, als empfohlen wird und das häufig ganz unbemerkt. Denn Zucker steckt nicht nur in Schokolade oder Gummibärchen, sondern auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, die auf den ersten Blick zuckerfrei erscheinen. Beim Einkauf oder Backen greifen Eltern daher gerne zu vermeintlich besseren Zuckeralternativen wie Honig, Agavendicksaft oder „natürlicher Süße aus Früchten“. Diese gelten als gesünder als klassischer Haushaltszucker. Aber stimmt das wirklich?
In diesem Blogbeitrag klären wir, was Zucker eigentlich ist und wie gesund Zuckeralternativen wie Ahornsirup oder Fruchtsaftkonzentrat tatsächlich sind.
Wenn von Zucker die Rede ist, denken viele zuerst an den klassischen Haushaltszucker, der hauptsächlich aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird. Er ist auch bekannt als Saccharose und besteht aus Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker).
Neben dem Haushaltszucker sollten Eltern vor allem den Begriff „freie Zucker“ kennen. Freie Zucker sind alle Monosaccharide und Disaccharide, die Lebensmitteln zugesetzt werden, sowie Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten vorkommt. Das heißt, dass auch der Haushaltszucker dazugehört.
Für den Organismus macht es tatsächlich kaum einen Unterschied, aus welcher Quelle der Zucker stammt. Freie Zucker liefern rasch Energie, können bei häufiger Aufnahme zur Entstehung von Karies beitragen und fördern vor allem bei Kindern eine Gewöhnung an sehr süße Geschmacksrichtungen.
Genau aus diesem Grund sind Zuckeralternativen nicht automatisch gesünder. Entscheidend ist in der Regel nicht, womit gesüßt wird, sondern wie viel Zucker insgesamt enthalten ist und wie häufig er im Alltag konsumiert wird.
Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup oder Fruchtsaftkonzentrat gelten als natürliche und damit gesündere Alternativen zu Haushaltszucker. Alle diese Süßungsmittel zählen allerdings zu den freien Zuckern. Produkte, die damit gesüßt sind, wirken gesünder, sind es aber nicht. Wer das nicht weiß, erhöht die tägliche Zuckeraufnahme bei Kindern oft ganz unbewusst.
Eine Ausnahme können ganze Datteln darstellen, wenn sie fein püriert zum Süßen verwendet werden. Ihr Zucker ist in eine natürliche Pflanzenstruktur eingebettet und wird langsamer aufgenommen. Anders verhält es sich bei Dattelsirup, hierbei handelt es sich wieder um „freien Zucker“.
Lesetipps:
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Wo sich Zucker in Lebensmitteln versteckt und welche Zuckerfallen es gibt, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst: Zuckerfallen in Lebensmitteln
Zuckeralternativen sind keine bessere Wahl als herkömmlicher Haushaltszucker. Entscheidend ist nicht, womit gesüßt wird, sondern wie häufig und wie selbstverständlich Süßes im Alltag von Kindern eine Rolle spielt. Eine ausgewogene Ernährung mit weniger Süßem und unverarbeiteten Lebensmitteln hilft Kindern, ein natürliches Geschmacksempfinden zu entwickeln.